Michel Nigg, Geb. Datum 18.12.1970    

Talent in jeder Sportart. eiserner Wille...



Sportliche Stellung: Sport soll Spass machen und Kellegialität fördern!   

Erfolge: Teilnahme 2011 Züri-Oberländer Berglaufcup 

Ziele: Platzierung immer in den Top twenty (-Prozent)    

Erlebnisbericht Michel am 5.7.14 http://eintages.berglauf-cup.ch

  

Der Eintages-Berglaufcup findet nur alle drei Jahre statt und ist quasi die Zeitraffer-Variante des alljährlich stattfindenden 5-Tages-Berglaufcups. Innerhalb eines Tages werden fünf kurze Bergläufe im hügeligen Zürcher Oberland absolviert. Die Einzeletappen kannte ich aus den Vorjahren, jedoch war ich mir im Vorfeld sehr unsicher, wie mein Körper reagieren würde, wenn ich sämtliche Strecken mit einer Gesamthöhendifferenz von 1800 Metern und 21 km. hintereinander zurück legen würde. Peter Wylenman, ehemaliger Duathlonprofi und Veranstalter, hat uns als Co-Sponsor natürlich motiviert an den Start zu gehen. Ich war skeptisch ob ich alle Strecken innerhalb der Zeitlimite schaffen würde. Wer weiss, vielleicht kommen in den jeweils kurzen aber zähen Aufstiegen plötzlich Krampferscheinungen oder sonstige Überraschungen auf mich zu? Obwohl ich den Tag schon lange in der Agenda markiert habe, schob ich ein spezifisches Lauf-Training immer wieder vor mich her und hatte schliesslich nur wenige hundert Höhenmeter in den Beinen.

So kam es, dass ich am Samstag, 5. Juli  punkt 10.00 Uhr bei strömendem Regen am Start der ersten Etappe von Hinwil hinauf in die Schaufelberger Egg stand. Ein Feld von rund 150 Läufern, davon rund 35 Frauen machte sich auf die rund 4.6 km lange Strecke mit 415 Höhenmetern. Sehr schnell zog sich das illustre Feld in die Länge - kein Wunder - denn an der Spitze war unter anderem EM-Marathonläufer Christian Krähenbühl anzutreffen, der diesen Lauf als Training für den sehr coupierten Marathon in Zürich absolvierte.

Nach rund 29 Minuten war die erste Etappe bereits geschafft. Auf der Egg angekommen suchten sich die meisten Teilnehmer ein trockenes Plätzchen unter einem Baum, verpflegten sich kurz und fanden dann kurzerhand einen Sitzplatz in einem der 16 Fahrzeuge, welche uns vom Berg wieder hinunter ins Tal fuhren. Das ist der Clou dieser Veranstaltung: Man darf hinauf zum Gipfel joggen, und dann bequem per Kleinbus wieder hinunter zum nächsten Start fahren, ohne die Gelenke übermässig zu strapazieren!

Nach einer halbstündigen Pause starteten wir zur zweiten Etappe von Wermatswil hinauf auf den Bachtel. Dies ist quasi meine Heimstrecke und ich wollte mir keine Blösse geben. Obwohl ich eigentlich langsam starten wollte, beflügelte mich die schöne Aussicht auf die noch wolkenverhangenen Hügelketten des Oberlandes. Nach 24 schweisstreibenden Minuten hatte ich den Bachtel Hospitz erreicht und konnte einen wunderbaren Blick auf die Zürcher Seen werfen. Sogar der Regen hat nachgelassen und ich kam nach einige Bissen Powerbars und Bouillon rasch wieder zu neuen Kräften. Die Talfahrt im Bus war sehr kurzweilig. Man konnte sich untereinander austauschen und ich musste bewundernd anerkennen, dass die meisten Teilnehmer diesen Berglauf quasi als lockeres Training für Ultra-Marathonläufe verstanden oder vor zwei Wochen gerade noch den Swissman-Xtreme Triathlon absolvierten.

Ab sofort hatte ich ein anderes Bild von diesem Wettbewerb. Es ist nicht vergleichbar mit einem Langstreckenrennen, sondern eher ein Sprintrennen, da man die fünf kurzen Etappen mit längeren Pausen dazwischen zurücklegt. Die Regeneration ist erstaunlich gut. Auch am Start der dritten Etappe hatte ich noch immer frische Beine. Nun ging es von Wetzikon durchs Kemptner Tobel hinauf aufs Türli. Diese relativ flache Strecke hat es in sich, da man über Wurzelstöcke und schmale Brücken entlang dem Bach springt. Erstaunlicherweise machte mir das flache Stück mehr Mühe, denn ich hatte schwere Beine und war froh, als es nach dem Bachtobel wieder etwas steiler wurde. Am Schluss war ein Anstieg mit ungefähr 25 % Steigung. Dieses letzte Stück musste ich gehend hinter mich bringen. Oben angekommen war ich schon recht ausgepumpt. Dank des formidablen Verpflegungs-Buffets konnte ich mich wieder schnell motivieren und beim Hinunterfahren erneut krasse Erlebnisberichte eines Teilnehmers des Irontrails (201 km/ 10'750 hm.!) mitschneiden.

Nun ging es nach Bauma, an den Start der Vorletzten Etappe. Viele der Läufer legten sich vor dem Start ins Gras um auszuspannen. Ich hatte Bedenken, dass sich meine Beine nach einem "Nickerchen" gleich in den Tiefschlaf verabschieden würden und versuchte in Bewegung zu bleiben. Die vierte Etappe führte über 4.3 km und 310 hm. einer kurvigen Asphaltstrasse zum Restaurant Sonnenhof. Wie bereits in den vorherigen Etappen reihten sich nach einiger Zeit immer wieder die gleichen Läufer ein. Ich wurde auf dem letzten Kilometer jeweils von Diego, einem Läufer mit leuchtgelbem Shirt eingeholt. So war es auch dieses Mal. Er nahm mir am Schluss wiederum einige Sekunden ab. Mein Aufsteller im Ziel war aber, dass sich mein Name in der Zwischenrangliste im Mittelfeld befand.

Nun ging die Busfahrt entlang dem Tösstal nach Steg, zum Start der letzten Etappe. Die besten 20 Läufer wurden nun einzeln nach Zeitvorsprung im "Jagdstart" auf die 5.1 km. lange Strecke aufs 1125 m. hohe Hörnli geschickt. Zum Glück nahm ich kurz vorher noch einen Energy-Gel zu mir, denn nach rund 20 Minuten hatte ich innerhalb weniger Sekunden einen Hungerast. Dies obwohl ich über den Tag hindurch fleissig Nahrung zu mir genommen habe. Die letzten Höhenmeter waren wieder extrem steil und ich musste doch noch etwas leiden. Nach einer Gesamtzeit von 2 Stunden, 20 Minuten konnte ich endlich die Ziellinie auf dem Gipfel durchqueren. Mit Stolz konnte ich vom Hörnli aus die fantastische Weitsicht geniessen. Die grünen Hügel und Wälder lagen erhaben unter mir und ich realisierte, dass dieser Berglauf gar nicht so dramatisch war, wie ich befürchtet hatte.

Nach einem herrlichen Gipfelbier kam der schwierigste Teil. Wegen des Fahrverbots mussten wir rund 300 Meter hinunter wandern. Das kam bei meinen Gelenken und Muskeln nicht so gut an. Glücklich und mit grosser Genugtuung konnte ich diesen Tag abschliessen. Allen Interessierten Läufern möchte ich den kommenden Fünftage-Berlaufcup im August empfehlen. Die Atmosphäre unter den Läufern ist sehr kollegial und der Anlass mit viel Engagement organisiert. Es wäre toll, wenn die Trimotions als nächstes auch Berge erklimmen würden!