Inkermann Andreas, Geb. Datum 6.7.1974

Kurz- bis Ironman Distanz 

 

Sportliche Stellung: Hauptsache Spass und Genuss beim Sport, am besten gemeinsam mit guten Freunden und bei so viel Lockerheit nicht Letzter werden im Wettkampf

Erfolge: 18 Jahre verletzungsfrei beim Triathlon dabei, zahlreiche Teilnahmen und Finish’s bei Ironman, Powerman, Bikemarathons, und Langstreckenradrennen 

Ziele: Bestzeiten an meinem Lieblingsmarathon im Thüringer Wald und am Ironman Switzerland verbessern und natürlich viel Spass bei den Wettkämpfen

Wintersportbericht 2015, Andreas Inkermann

 

Grosses Langlaufsaisonziel und auch schon im August 2014 gebucht, war der Vasalauf am 08.03 2015. Entsprechend früh wollte ich mit dem Schneetraining diesen Winter starten. Zur Vorbereitung und zur bestmöglichen Qualifikation im Startbereich des Vasalaufes meldete ich mich noch zum La Diagonela und zum Marcialonga an.

Ab Ende November hatte ich die Hoffnung auf Schnee, doch bis Weihnachten war da nicht allzu viel zu finden im Schwitzerlande. Kurz nach Weihnachten kam die Erlösung für alle Langläufer, doch der Zauber dauerte vorerst nur eine Woche und ich ging zum Trockentraining mit Gummibändern im Fitnesskeller über, denn der La Diagonela war bereits am 17.01.2015.

 

La Diagonela

Wegen dem Schneemangel im Engadin anfangs Jahr konnten die Organisatoren nur eine 15 km lange Runde mit viel Aufwand präparieren, welche 3x gelaufen werden musste. Pünktlich über Nacht vor dem Rennen fielen dann ca. 40 cm Neuschnee um 0°C. Entsprechend schwer war der Schnee und instabil war die Loipe. Die Hinterfeldler, mich inklusive, hatten es folglich nicht allzu leicht, die Abfahrten waren teils eisig und ausgefahren und es war ein Lotteriespiel, ob man stürzte oder eben auch nicht. Nach entspanntem Start reihte ich mich im hinteren Teil des Feldes ein und schaute mal was sich so ergibt, schliesslich galt es sich die Kräfte gut einzuteilen. Nach ca. 5-6 km tauchte neben mir ein weiteres TriMotion-Männchen auf. Ich war etwas irritiert, da sich im Herbst niemand auf mein Nachfragen für ein Klassisch-Rennen begeistern konnte. Doch Thomas hat offensichtlich Lust auf neue Wege und Erfahrungen verspürt und sich kurz entschlossen auch an den Start gestellt. Und knapp, wie er gern dran ist, hat er diesmal den Start verpasst und musste dem Feld erstmal hinter her hecheln und sich dann hindurch pflügen. So sind wir ein Stückchen zusammen gelaufen oder zumindest relativ nah beieinander, erst ich ein bisschen vorn dann Thomas. Ca. Mitte der zweiten Runde fing es wieder an zu schneien, so dass alle Wachsskiläufer auf einmal dicke Schneepakete unter den Füssen trugen. Dank der Wachsstationen an der Strecke haben die meisten Läufer das Problem in den Griff bekommen. Das konnte mir allerdings mit meinen Schuppenrennski sooo egal sein. Gegen Ende der zweiten Runde spürte ich wie mein Akku langsam einen bedenklichen Tiefstand erreichte. In dieser Phase musste ich dann Thomas ziehen lassen, was mich zugegeben ein wenig ärgerte, denn so schnell wird sich die Chance wohl nicht mehr ergeben, dass unser Präsi in meinen Temporegionen unterwegs ist. Der Schneefall wurde immer dichter und ein kräftiges Lüftchen sorgte dafür, dass die Spur stellenweise nicht mehr zu erkennen war und wir uns nur noch durch den Schnee tasteten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit von 4:16 Stunden erreichte ich völlig am Ende meiner Kräfte als 332 (overall) das Ziel in Zuoz. Thomas hatte es schon in 4:01 Stunden als 316 (overall) geschafft und wartete im Ziel vor Kälte zitternd auf mich. Es war eine spannende Extremerfahrung für uns beide, unter solchen Umständen und Verhältnissen laufen zu dürfen.

 

Marcialonga

Bereits am 25.01.2015 folgte für mich der nächste Lauf im Val di Fiemme. Dieser sollte mir die nötige Qualifikation für den Vasalauf bringen. Entsprechend motiviert bin ich nach Italien aufgebrochen. Kurz vorher hatte der Veranstalter bereits bekannt gegeben, dass wegen Schneemangels die Strecke von 70 km auf 57 km verkürzt wird. Es entfielen die ersten 13 km vom Moena aufwärts durchs Fassatal. Das war für mich besonders schade, da ich mich am Berg eher stärker fühle als bergab mit der Konkurrenz beim Dockelstockschub.

Bei meinen Reiseg’spänli fand sich auch ein netter Kollege, der meine Ski mit gewachst hat, so dass auch schnellen Schiebepassagen nichts im Wege stehen sollte.

Bei traumhaftem Wetter, blauer Himmel – Sonnenschein, und richtig schneller Spur, noch Schnee aber langsam vereisend, ging es los. Das Tempo war von Beginn weg entsprechend hoch im Feld und es gab nur Doppelstockschub. Ich kämpfte und quälte mich, ich versuchte wirklich alles aus mir rauszuholen, achtete auch auf genügend Verpflegung unterwegs doch bei ca. km 48 merkte ich wie es an die Reserven ging und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Trotz einer gewissen Ernüchterung besann ich mich auf meine Stärken, senkte den Puls, ass noch was ich so übrig hatte, um mich so für den 3 km langen Schlussaufstieg nach Cavalese noch mal aufzubauen. Die Taktik ging einigermassen auf und ich konnte am Anstieg den Puls ans Maximum treiben, die Beine zündeten die letzte Brennstufe und so gelang es mir bis zum Ziel nochmal mehr als 50 Plätze gut zu machen. Völlig ausgepumpt in dem Moment aber sehr zufrieden lag ich dann so 10 Minuten etwa im Ziel herum, bevor ich mich auf den Rückweg machte. Als ich dann das Ergebnis sah mit 4:03:31 und Platz 3257 von 5174 Männern bei einer Siegerzeit von gerade einmal 2:05:15 war ich nicht mehr so glücklich, da mich das fürs Startprozedere beim Vasalauf wohl nicht so weit nach vorn bringen sollte.

 

Vasalauf

Am 03.03.2015 ging es auf die Reise zum Vasalauf. Ankunft in der Nähe vom Zielort war mit meiner sächsischen Reisegruppe am Donnerstag 05.03.2015 gegen 4.30 Uhr. Um 10.00 Uhr ging es zu einem Training auf der originalen Strecke bei traumhaften Bedingungen in der Spur und beim Wetter, Temperatur knapp unter Null. Am Freitag gaben es sich die Kollegen im schönen Langlaufzentrum von Grönklitt, während ich die Seele etwas baumeln liess und einfach 2 Stunden spazieren ging im tief verschneiten Wald und im Cafe an einem Aussichtspunkt Kaffee und Kuchen genoss. Am Samstag machte ich einen Einkaufsbummel im Zielort Mora, während unsere ambitionierten Teilnehmer die letzten 20 km der Vasalaufstrecke testeten.

Und dann kam der Sonntag: Abfahrt an der Unterkunft – 3.00 Uhr, Ankunft am Startgelände – 4.45 Uhr, Öffnung des Startgeländes um 5.30 Uhr – alle rannten los, um die Ski ganz vorne in ihrem Startblock zu platzieren – nur ich sass allein im Bus und genoss die Ruhe. Ich ging erst etwas später meine Ski ablegen und war mit Reihe 6 noch immer sehr weit vorne im Startblock 8 platziert. 8.00 Uhr fiel für alle rund 14'000 Teilnehmer der Startschuss zum Wasserskilaufen durch die schwedischen Wälder. Bereits im Startgeländer gab es riesige Pfützen auf dem Schnee. Schon in der Nacht waren im Zielort 9°C plus und am Startort immerhin noch 5°C.

Der Schnee war entsprechend schwer und die Spur hielt nur für die Spitze. Auf der Strecke gab es immer wieder tiefe Schnee-Wasser-Sümpfe, so dass das Wasser in die Schuhe lief und an einigen Stellen war das Wasser so tief, dass ein durchfahren der sichere Sturz in die Pfütze bedeutet hätte. Schlimmer hätte es für den Lauftag nicht kommen können.

Nach dem Start machte ich erstmal einen ganz ruhigen, denn der Anstieg auf das Plateau bis km 3 ist anstrengend genug. Diesmal lief es bis dahin auch recht gut – wirklich anstellen musste ich mich nie und so war ich schon nach 46 min bei 3 km. Einmal oben hiess es Kräfte sparen und in der Masse erstmal mitgehen, denn mit zunehmender Streckenlänge werden die Lücken immer grösser und das überholen einfacher. Bis km 20 lief es offensichtlich bei allen recht gut, denn nach schon 2:08 h war ich da. Bis km 30 lief ich 2:50 h und ich hatte die Hoffnung, dass es vielleicht sogar für 8:00 h reichen könnte. Ab km 30 wurde aber die Strecke deutlich langsamer und die Seen wurden zahlreicher und grösser. Bei gleichem Aufwand wie zuvor wurde ich gleich 1:20 min pro km langsamer. Dieses Tempo konnte ich dafür über fast die ganze Strecke bis zum Ziel halten. Kurz nach km 70 kam dann aber der Hammermann. Gefühlt lief gar nichts mehr zusammen und Bauchkrämpfe gab‘s noch oben drauf. Hier stellte ich dann vom Schieben auf konsequenten Diagonalschritt um, ohne dabei erheblich langsamer zu werden. Verbunden mit guter Verpflegung konnte ich mich so wieder etwas erholen. Die letzten 9 km gingen etwas mehr bergab, so dass ich mich von der Konkurrenz nochmal anstacheln liess und kräftig aufs Gas drückte. Das Ziel erreichte ich nach 8:25 h total platt, aber auch sehr glücklich über diese gute Zeit für mich bei diesen sehr schwierigen Bedingungen und mit Platz 5‘995 von ca. 14‘000 Startern kann ich wirklich sehr zufrieden sein.


02./03.08.2014 Erzgebirgsbikemarathon Seiffen und

Die deutsche Fraktion der TriMotions ist zwar im 2014 nicht so stark engagiert, aber auch nicht tatenlos in sportlicher Hinsicht. So startete Andreas Inkermann im Familienurlaub in den heimatlichen sächsischen Gefilden unterstützt von Freunden und Familie am Erzgebirgsbikemarathon (EBM) und am XTERRA Germany und Sohnemann Arwin am Kidsrace des EBM.

Ganz zu Beginn stand das Kidsrace beim EBM. Arwin hat sich am Abend vorher die Strecke mal ansehen wollen und dann an den 1.7 km sehr zur Überraschung von Mama und Papa Gefallen gefunden. Schnell in der AK5/6 angemeldet, stand er am folgenden Morgen an der Startlinie und da Papa es versifft hat, stand er ganz hinten. Mit den richtigen Instruktionen versehen, pflügte sich Arwin gleich am ersten Anstieg durchs Feld und war auf dem Berg ca. 10. von immerhin 44 Kindern. In der Abfahrt etwas zurückhaltender huschten noch einige an ihm wieder vorbei. Am Schlussanstieg spielte er seine Kraft auf dem Pedal nochmals aus und kam als 14. der Overallwertung ins Ziel. Bei den Jungen reichte es sogar für die TopTen mit einem 9. Platz.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Einstieg ins Wettkampfgeschehen.

Da für Training im 2014 für Andreas nicht so viel Zeit zur Verfügung steht, sind die Ansprüche auf das Wesentliche konzentriert - ganz auf sein persönliches Motto „Finishen und nicht Letzter werden – Hauptsache Spass“.

Am EBM stehen für die Teilnehmer die Strecken 40 km, 70 km (2 Runden) und 100 km (3 Runden) zur Auswahl. Die 40 sind wohl für die wenig Trainierten, die Spass in der Gruppe haben oder für die ganz schnellen, bei denen die Kondition nicht weiter reicht. Die 70 sind wahrscheinlich für die etwas besser oder auch schlecht Trainierten, die aber eventuell süchtig nach geilen Geländetrails und Selbstmartyrium sind, wegen der fehlenden Fitness aber eben nach 70 km aufhören müssen oder die Schnellen die bei den 100ern keine Chance haben. Und die 100 sind für die ganz Harten, die aber auch das nötige Training für die Kondition aufbringen oder eben schon fast Profis sind. (Die Beurteilung ist eine sehr subjektive Einschätzung des Autors.)

Andreas hat sich für die 70 entschieden, da er zwar schlecht trainiert ist, aber eben auch geil auf Trails und Quälerei und das Zielbier dann viel besser schmeckt. Am Start sehr zurückhaltend reihte er sich am Ende des Feldes ein, ging als Letzter der rund 1300 Starter auf die 10km Einführungsrunde, was ein durchaus harter Kampf war, weil auch andere Teilnehmer um diesen Platz stritten. Nach ca. 1 km war der Wettkampf dann so richtig freigegeben und jeder wollte das Beste für sich erreichen. So rollte Andreas zunächst locker im Hinterfeld mit und bemerkte dabei, dass die Wettkampfverpflegung im Zelt liegen geblieben war. Kurz vor dem Einstieg ins Gelände wurde das Betreuungsteam mit der Beschaffung der Verpflegung beauftragt, so dass der Tortour im Gelände nichts mehr im Wege stand. Auf der ersten Geländerunde versuchte Andreas die Kräfte zu schonen und möglichst entspannt im Feld mitzurollen, was bei der Härte der Strecke leichter gesagt, als getan ist – zumal die Wege vom stundenlangen Regen der letzten Nacht sehr aufgeweicht, breiig und schlammig waren. Auf der zweiten Geländerunde wurden die Kraftreserven ideal eingesetzt, so dass bis zum Ziel auch noch einige direkte Konkurrenten eingesammelt werden konnten. Mit einer Zeit von 5:28:03 und völlig fertig belegte Andreas den 333. Platz von 370 Klassierten. Da war also noch etwas Luft zum Letzten, was aber nicht heisst, dass nun gar nicht mehr trainiert werden muss in Zukunft.

 

  

16.08.2014 XTERRA Germany / O-See-Challenge Zittau

Nach dem EBM galt es die schweren Beine wieder loszuwerden, gut zu regenerieren und sich auf den XTERRA vorzubereiten. Die schweren Beine hielten sich gut 5 Tage. Am 6. Tag reiste Familie Inkermann in Zittau bereits an, um so noch ein paar Schwimm-, Rad- und Laufübungen auf den Originaltrails durchführen zu können. Und schon am Tag 7 nach dem EBM gab es eine Schwimmeinheit und auch ein lockeres Läufchen – beides die ersten Einheiten seit Anfang Juni in diesen Disziplinen. Am Dienstag wurde dann mit den Kindern Rad gefahren und am Abend die originalen 9 Traillaufkilometer getestet. Die Strecke hat es wahrlich in sich und Andreas fragte sich, wie das nach einem 36 km Bikeparcour noch zu bewältigen sein soll. Am Mittwoch gab‘s noch eine weitere Schwimmeinheit und am Donnerstag Morgen eine kurze leichte Laufeinheit. Danach waren die Fragezeichen fürs Laufen noch grösser. Am Samstag folgte dann der XTERRA Germany, der dieses Jahr in die ITU Cross WM eingebettet stattfand. Am Start beschlichen Andreas leise Zweifel, ob es nun erstmals richtig Ernst wird mit dem letzten Platz – bei den Unmengen durchtrainierter Athleten aus aller Welt. Es war ein kühler nasskalter Morgen nach einer durchgeregneten Nacht, was für die Rad- und Laufstrecke viel Schlamm versprach. Entgegen den XTERRA – Regeln war Neo kurzfristig trotz 21°C erlaubt. Speziell vor dem Start waren die kalten 15°C Lufttemperatur bei Regen so deutlich besser auszuhalten. Dank Neo konnte Andreas eine für ihn sehr gute Schwimmzeit von 31 min ins Wasser pflügen, der Wechsel dauerte dafür aber sagenhafte 4:23 min, dafür war er aber auch gut für das nasskalte Wetter gerüstet. Auf dem Rad brauchte es auf den ersten 6 km auf Feldwegen etwas Anlauf, um richtig in Wallung zu kommen. Mit dem Einstieg in den richtigen Geländeabschnitt (25 km fast alles Singletrails) klappte der Hebel im Kopf um und es ging so richtig los. Die Strecke war wie erwartet extrem glitschig und sehr tief. Viele Abschnitte waren im Morast gar nicht mehr fahrbar oder waren schlicht zu gefährlich für Andreas‘ Fahrkünste. In schwierigem Gelände muss das Laufen bzw. Rennen allerdings kein Zeitverlust bedeuten und ist für die Zuschauer ähnlich spektakulär. Einige waren gar der Meinung so schnell wie Andreas zu Fuss sei kaum einer auf dem Rad runtergekommen. Das Biken war also eine hammerharte Angelegenheit für alle mit ganz dicken Schlammpackungen. Das Zurückrollen zur Wechselzone über 5 km Feldwege nutzte Andreas zur intensiven Verpflegung. In der Wechselzone angekommen, war die grösste Herausforderung die Bikeschuhe zu öffnen, da der Schlamm alles fest verklebt hatte, so sind auch die indiskutablen rund 3 min zu erklären. Einmal auf dem Trail hiess es nur nicht überdrehen, denn die ersten 3.5 km sind wirklich schweres und schlammiges Terrain. Andreas schonte seine Kräfte so gut es ging für die folgenden Kilometer auf Kieswegen, um dort nochmal so richtig die Sau rauszulassen. Das Konzept ging bestens auf. Etwa 100 m vor dem Ziel warteten Vera und Arwin auf den Papa, um über Strohballen und tiefe Gräben mit ins Ziel zu rennen. Total platt aber überglücklich mit den Kindern im Arm feierte die ganze Familie im Ziel dieses grandiose Rennen.

Letzter ist Andreas dann noch längstens nicht geworden, das Ergebnis als solches spielt hier aber gar keine Rolle mehr.

 

Engadin Skimarathon 2014 Andreas Inkermann

Am 09.03.2014 war es wieder soweit. Der Engadin Skimarathon stand auf dem Programm. Nach 3 Teilnahmen mit individueller Anreise mit Familie schloss ich mich diesmal den Kollegen von TriMotion für das gesamte Wochenende an, mit allem was dazu gehört, wie gemeinsam Essen, Chillen, Sprüche klopfen, im „Massenschlag“ bei Familie Götz übernachten, locker einlaufen für den Wettkampf und erstmals bei mir auch Ski wachsen.

Für das gesamte organisierte Rahmenprogramm ein grosses Dankeschön an unseren Präsi Thomas Götz, der das Wochenende organisiert hat.

Nach 2 Starts im Skating-Stil, einem Start mit 2/3 Klassisch und 1/3 Skating, habe ich mich diesmal für den Klassischen Stil auf der gesamten Distanz entschieden – wissend, dass ich damit wohl die rote Laterne im Feld der TriMotion’s gebucht habe, aber dafür sicher, dass es meinem Potenzial am meisten entgegen kommt.

Die Erwartung war gross, dass ich auf den Seen gut mit den anderen mitlaufen kann, da eine eisige Spur zu erwarten war. In den Hügeln des Stazer Waldes spielt es eigentlich gar nicht so die Rolle, welcher Stil gelaufen wird (zumindest im Mittel- und Hinterfeld) und ab Samedan musste man mal abwarten, welche Wirkung die Sonne bereits entfaltet.

Entsprechend optimistisch bin ich an den Start gegangen. Als einer der letzten bin ich aus der Startbox der Hauptklasse A losgelaufen. Doch mein Erschrecken war gross, als ich feststellen musste, dass die Spur auf dem Silser See nur angedeutet und dazu der Schnee extrem stumpf war – von eisiger Spur war weit und breit nichts zu sehen. Einzelschritte statt Doppelstockschub war mehrheitlich angesagt. So kam es, wie es kommen musste. Im Nu waren die anderen A-Klässler davon gelaufen und bereits bei km3 kamen die ersten B-Klässler an mir vorbei gelaufen. Die Situation besserte sich auf der ersten Landpassage kurz, auf dem Silvaplaner See war es dann wieder äusserst schwer. Ich hätte die Ski am liebsten weit weg geworfen und ärgerte mich schon ein wenig über meinen Entscheid zur klassischen Technik. Mit dem Verlassen des Silvaplaner See’s besserte sich zuerst die klassische Spur und nach der Verpflegung auch die Gleitfähigkeit des Ski auf dem Schnee. So konnte ich auf einmal mit den Skatern mithalten. Am Schanzenberg war diesmal kein Anstellen notwendig, nach St. Moritz lief es auch gut und an den sanften Anstiegen im Stazer Wald bekam ich dann den ersten Adrenalinschub und ging ganz locker an den Skatern rechts aussen vorbei. Die Abfahrt nach Pontresina konnte ich diesmal auch ohne Sturz hinter mich bringen und liess es anschliessend richtig laufen. Entlang des Flugplatzes Samedan hat man beim Skaten meist das Gefühl von der Leichtigkeit des Langlaufens, man entwickelt auch als Hobbyläufer beachtliches Tempo und fliegt förmlich Richtung Ziel. Beim Klassisch laufen ist das nicht zwingend so, doch dank der stabilen, schnellen Verhältnisse in der Spur flog ich auf Augenhöhe mit den Skatern. Dies machte Lust auf mehr und setze weiteres Adrenalin frei, mein Frust der ersten 10km löste sich langsam auf und ich tat, was ich meistens auf der zweiten Hälfte eines Wettkampfes tue, ich gab richtig Gas. Bis Zuoz konnte ich bereits so manchen Konkurrenten wieder einholen. Mit Beginn der Golanhöhen zahlte sich die gute Kondition noch mehr aus und ich liess einen nach dem anderen links liegen. Auch wenn ich selbst an den beiden letzten Hügeln auf dem Zahnfleisch lief, so ging es der Konkurrenz wohl noch schlechter. Dabei hatte ich das Glück, dass die Spur dieses Jahr deutlich weniger von der Sonne malträtiert war als letztes Jahr. Erstaunlicherweise blieb dies sogar bis zur Ziellinie so. Mit einem kräftigen Endspurt durch das Zielareal erreichte ich völlig ausgepumpt das Ziel. 5 Minuten im Schnee liegend und zwei Sanitäterbesuche später fühlte ich mich wieder soweit erholt, dass ich mich auf zum Bier und Steak mit den TriMotions machen konnte.

Mit 2.56.xx habe ich mein Minimalziel von unter 3 Stunden für mich überraschend doch noch geschafft. Und es ist die Erkenntnis gereift, dass mit einer etwas anderen Vorbereitung auch im klassischen Stil noch so einiges möglich ist - der Angriff 2015 wieder klassisch ist also schon beschlossen.

Heia, Heia

  

Saisonrückblick 2012

Nach fast 1,5 Jahren ohne nennenswerte sportliche Aktivitäten hatte es Hansruedi geschafft, mich davon zu überzeugen, künftig mit den Sportkameraden von Trimotion Varioserv gemeinsame Sache zu machen und ganz nebenbei so auch wieder den etwas schwammig gewordenen Körper zu straffen.

Den ein oder anderen Wettkampf sollte ich da natürlich im 2012 auch wieder bestreiten. So startete ich ins 2012 mit einer Mitgliedschaft bei den Trimotions, fing wieder an mit dem Laufen – erst etwas sachte, dann langsam länger und schneller werdend, liess mich nach gut 12 Jahren wieder auf ein aktives Schwimmtraining ein – voll motiviert dank eines sensationellen Schwimmtechniktrainers, trieb die Langlaufski im grösseren Umfang als in den letzten Wintern über den Schnee und mit dem Frühlingsbeginn wurde auch der edle Renner auf zwei Rädern aus der Versenkung geholt, entstaubt und über die Asphaltpisten geprügelt. So war es eine Wonne wieder Sport zu treiben, mit Ziel und auch gemeinsamen Trainings mit Sinnesgenossen – auch wenn das noch nicht so häufig vorkam, wie es vielleicht hätte sein können.

 Der erste Meilenstein war der Engadiner Skimarathon. Trotz viel Spass in der Vorbereitung und grösserer Umfänge als in anderen Jahren kam ich im Skatingschritt nicht so recht auf Touren. So war der Lauf etwas zäh. Erst auf Höhe Samedan fand ich einen guten Rhythmus bei dem man von angenehmen Gleiten reden kann – bis dahin war es eher eine muskuläre Qual unter dem Genuss der traumhaften Landschaft des Oberengadin. Mit dem besseren Rhythmus kam auch der Ehrgeiz auf eine noch brauchbare Zeit zurück und so verbrannte ich bis zum Ziel auch noch das letzte Glukosemolekül. Im Ziel lag ich entsprechend ausgepowert knapp 10 Minuten im Schnee und wartete einfach mal ab bis der Puls nicht mehr gar so raste und auch ein paar Fettmoleküle ihre Energie freigaben, damit ich überhaupt wieder aufstehen konnte. Einigermassen wieder auf den Beinen hielt ich Ausschau nach den Vereinskameraden, aber wie sich hinterher herausstellte, hatten alle schon das Weite gesucht. Sie konnten sich wohl nicht vorstellen, dass man so langsam (knapp unter 3 Stunden) den Marathon überhaupt laufen kann. Aber viel wichtiger war, dass meine holde Maid Marlis den Glauben an mich nicht verloren hatte und mich überglücklich in Empfang nahm.

 Mit dem April zeichnete sich langsam ab, dass die Zeit für’s Training wohl wieder stärker für die tägliche Arbeit draufgehen wird – entsprechend geringer vielen die Trainingsumfänge aus, bis im Juni und Juli praktisch kein nennenswertes Training mehr möglich wahr, denn etwas Zeit muss für die Kinder schon auch noch sein und zwar vor dem Training.

 Der zweite Wettkampf war der Sempacherseelauf über 21,1 km. Nun ja, von meinen Zielen zu Saisonbeginn hatte ich mich innerlich bereits verabschiedet, aber so um die 2 Stunden sollten es schon noch werden. Zu Beginn eher vorsichtig angegangen und schnell bei den letzten ca. 10 Läufern dabei, fühlte ich mich aber trotzdem gut und habe ab Eich (ca. km 5) so langsam das Tempo gesteigert und das bis ins Ziel, so dass am Ende nicht nur 10 Läufer hinter mir ins Ziel kamen. Die Zeit war aber trotzdem etwas langsamer als erhofft – aber das ist auch nicht mehr so wichtig gewesen. Hauptsache es hat Spass gemacht und es tut nichts langfristig weh.

 Intervallduathlon Zofingen

Nur eine Woche später stand der Intervallduathlon in Zofingen auf dem Programm. Erfahrungsgemäss ein sehr schneller Wettkampf und mit Schnelligkeit habe ich es ja bis jetzt nicht so gehabt. Je tiefer die Erwartungen ans Ergebnis, desto stärker steht der Spass im Vordergrund und so bin ich da mal ganz entspannt nach Zofingen gefahr’n. Nach dem Start ging die Post wie immer verdammt schnell ab. Mit 4:30 min auf den Kilometer (was für mich schon fast ein Sprint ist) war ich wie erwartet bei den Letzten dabei. 4:30 am Start und dann so auf 5:00 einpendeln ist so das eigentlich Mögliche, aber oh Wunder an diesem Tage, die 4:30 blieben auf fast jedem Kilometer der 3 Laufsequenzen mein Begleiter. Die beiden Radabschnitte zeigten hinsichtlich Tempo und Ausdauervermögen deutlich die aktuellen Grenzen auf. Umso wichtiger war es die technischen Vorteile gegenüber meiner hinterplatzierten Konkurrenz in den kurvenreichen Passagen vollumfänglich auszunutzen. Entsprechend kompromisslos fegte ich um die Ecken – immer hart an der Grenze der Haftreibung der nach wie vor traumhaft laufenden Schwalbe Ultremo 1. Generation. Herz was willst du mehr als dermassen gediegenes Eckenfegen. Die Schlussrunde in Zofingen liess mir den Puls nahe ans Maximum steigen, das Laktat breitete sich in ungeahntem Überfluss in meinen Oberschenkeln aus, es wurde auch so langsam dämmrich vor meinen Augen – wo verdammt ist das Blut mit Sauerstoff im Hirn??? Aber nein – nachgeben kommt nicht in Frage, die hart erkämpften Plätze werden verteidigt bis zum letzten Tropfen. Völlig platt aber dafür vollgepumpt mit Endorphinen in nur selten gekanntem Ausmass freute ich mich über die erreichte Zeit im Ziel – Wahnsinn mit so wenig Training. Ohne meinen Fanblock an der Strecke mit Rasseln und Tröten hätte ich das wohl nicht schaffen können.

 Halbironman Rapperswil

Es folgt nun als absoluter Höhepunkt der geplanten Wettkämpfe der Halbironman in Rapperswil. Ehrlich gesagt, hatte ich ein extrem mulmiges Gefühl am Start beim Gedanken an die Radstrecke. Sonst eher meine Paradedisziplin, wusste ich, dass die Strecke nicht einfach ist und das Training selten so schlecht für eine solche Distanz war. Entsprechend defensiv habe ich mich also auf den Wettkampf eingestellt. In solchen Situationen pflege ich mich immer mit gewissen Minimalzielen aufzumuntern, die da lauten: 1. Nicht Letzter werden (und zwar Overall), 2. Spass haben und Landschaft geniessen (so gut das halt geht) und 3. Gesund aus dem Wettkampf kommen, denn eine neue Bestzeit gibt’s ja sowieso nicht.
Dieser Triathlon hielt gleich zum Start auch ein absolutes Novum parat und das nach 18 Jahren Triathlon über alle Distanzen – ich hatte das erste Mal einen Neoprenanzug an. Entsprechend gespannt war ich natürlich auf die Schwimmzeit. Nach harten Fight mit meinen Schwimmnachbarn kam ich nach „nur“ 40 Minuten aus dem Wasser – eine früher nicht für möglich gehaltene Zeit für mich – da hatte der Neo wohl eine gewaltige Aktie daran. Bereits im Wasser fiel mir auf, dass ich nicht so allein wie sonst hinter dem Feld schwimme, sondern eben mittendrin – GEWALTIG. Auf dem Rad habe ich mich dann gleich selbst eingebremst, denn der Anstieg von Schmerikon bis Goldingen ist nicht so ohne und auf der folgenden Abfahrt will man ja seine Stärken auch noch wenigstens ein bisschen ausspielen können. Auf der ersten Runde hat das auch noch super funktioniert, aber auf der Zweiten gingen auf dem Weg nach Goldingen so langsam die Lichter aus. Den Spassfaktor auf den schnellen Kilometern zurück nach Rapperswil wiederzufinden war selten so schwer wie an diesem Tag – aber er kam zum Glück doch noch. Es nützte aber nichts mehr, das heimliche Minimalziel auf dem Rad, nämlich 3 Stunden für die 90 km, wurde klar verfehlt. Diese kleine Enttäuschung löste weder einen Endorphin- noch einen Adrenalinschub aus. Dazu kam noch der gefühlt viel zu hohe Laktatstand in der Beinmuskulatur. Und nebenbei war wohl auch der Speicherfüllegrad der Glukose auf einem äusserst bedenklich tiefen Niveau angelangt. Und der Halbmarathon sollte erst noch beginnen. In der Wechselzone liess ich mir deshalb extra viel Zeit für Trinken und Essen und trabte dann recht langsam los. Die Pulsmessung liess auch nicht viel mehr als langsam zu, wenn ich noch 2 Stunden durch die Gegend joggen wollt. Wenn es wenigstens sowas wie einen Rhythmus geben würde, aber vergiss es – heute ist dafür nicht der richtige Tag. Auf der zweiten Runde kam dann bald auch der Hanni vorbei und versuchte es mit etwas Aufmunterung. In dem Moment half’s nicht so viel, aber immerhin fing es im Kopf wieder an zu arbeiten und so hellte sich mit jedem Meter meine Laune wieder auf. Und mit den freigesetzten positiven Gedanken, z. B. an das Bier im Festzelt oder an die Kinder im Ziel, die den ganzen Tag den Papi angefeuert hatten, lief es sich wieder leichter und entspannter und die 6 Stunden waren auch noch nicht ausser Reichweite, dank meiner unerwartet guten Schwimmleistung. Also warf ich auf den letzten Kilometern alles gegen den Wind was ich noch hatte und bin dann nach 6.01.55 Stunden im Ziel angekommen, wo Arwin schon sehnlich auf den Papi gewartet hat – was für ein unglaublich schönes Gefühl den Sohnemann in die Arme schliessen zu können.
Trotz aller Widrigkeiten war es so doch noch ein versöhnlicher Abschluss und ich war mal wieder um einige Erfahrungen reicher, wie es einem im Wettkampf so ergehen kann.

 Sempacherseetriathlon

Nun folgten 5 Wochen ohne Wettkampf aber leider auch ohne gross Zeit für weiteres Training. Anfang Juli stand ich so am Start des Sprinttriathlons am Sempachersee in Nottwil. Als Athlet mit Stärken im Ausdauerbereich und weniger im hohen Endgeschwindigkeitsbereich stellte ich mich auf einen äusserst harten Wettkampf ein. Da es quasi ein Heimspiel war und die Radstrecke meine langjährige Speedtrainingsrunde war, hatte ich trotz mangelhafter Vorbereitung gewisse Ansprüche an die Zeit speziell auf dem Rad. Doch der Reihe nach. Der Schwimmstart erfolgte einzeln alle 30 Sekunden. Das nützte mir aber gar nichts, da ich dermassen viel langsamer war als die Konkurrenz hinter mir, dass ich permanent überholt wurde – obwohl ich mich im Wasser gar nicht so schlecht fühlte. Kaum auf dem Rad machte ich halt möglichst viel Druck, aber irgendwie war das nicht so viel wie erwartet. Stattdessen fühlte ich wie jedes einzelne Lungenbläschen ächze, stöhnte, keuchte und am liebsten geplatzt wäre, als diese Tortour länger mitzumachen. Je weiter ich um den See herumstrampelte desto stärker fühlte ich das Laktat sich durch die Muskeln schaben. Die Beine wurden schwerer und schwerer – Anschlag / Maximum ist einfach nicht meine Stärke. Zurück vom Rad wusste ich erst gar nicht, wie ich überhaupt laufen sollte, aber es ging dann doch irgendwie. Selten habe ich über nur 5 km so dermassen leiden müssen wie diesmal. Der Empfang von den Sportskameraden Hanni und Thomas im Ziel liess die Anstrengung schnell vergessen und mit dem gemütlichen Heimwärtsradeln war auch das Laktat wieder weggespült.

 20. Erzgebirgs-Bike-Marathon

Vier Wochen am Anschlag arbeiten, waren nachvollziehbarerweise auch für den folgenden Wettkampf keine optimale Vorbereitung. Aber es gibt so Wettkämpfe, die sind einfach Kult, die müssen einfach sein, egal welcher Platz, welche Zeit dabei raus kommt. Für mich ist so ein Wettkampf, bei dem allein das Dabeisein das Entscheidende ist und wo es nur und ausschliesslich um Spass geht, der Erzgebirgs-Bike-Marathon in Seiffen in meiner Heimat. Es ist ein alljährliches Heimkommen und Treffen mit vielen Freunden und Gleichgesinnten. Dieses Jahr hatte ich mich mangels Vorbereitung nur für die 70 km angemeldet, was noch genug hart und lang werden würde. Wir sind bereits am Freitag Morgen angereist nach einer langen Nachtfahrt. Und trotzdem - wir waren nicht die ersten auf dem Zeltplatz. Am Abend sind dann die meisten Kumpels eingetrudelt und es war eine riesen Party. Der Samstag gehörte der Familie, der Atmosphäre und der innerlichen Vorbereitung. Am Sonntag Morgen wimmelte es von ca. 2000 Bikern im ganzen Dorf und dazu mindestens nochmal so viel Zuschauern oder auch deutlich mehr – Gänsehaut. Um 9 Uhr fiel der Startschuss – der grosse Spass begann. Ich reihte mich weit hinten ein, wer will schon gern im Weg stehen im Gelände auf Singletrails. Mit viel Spass an der Sache aber meinem langsamsten Tempo bei der immerhin schon 12ten Teilnahme kam ich nach 5:38 Stunden ins Ziel mit breitem Grinsen – einfach GEIL – nächstes Jahr wieder und dann wieder die 100 km wie sonst auch immer!!

 XTERRA – GERMANY / O-See-Challenge in Zittau

Schon seit vielen Jahren habe ich auf diesen Wettkampf im äusserten südöstlichen Zipfel Sachsens geschielt, so nah meiner Heimat und doch hat es nie sein sollen, dass es terminlich mal passt. Dieses Jahr nur eine Woche nach dem Bikemarathon in Seiffen sollte es also zu meiner Premiere im Olbersdorfer See und im Zittauer Gebirge kommen. Wir verbrachten die ganze Woche schon auf dem Zeltplatz am See und machten uns mit Zittau und dem nahen kleinen Sandsteingebirge vertraut. Am Freitag kamen auch noch Freunde aus Coswig bei Dresden, so dass es ein super Wochenende bei tollem Wetter werden konnte. Am Samstag Morgen, dann aber wider Erwarten war es kühl und regnerisch, Neo war verboten wegen der Wassertemperatur (ich hatte ihn aber auch gar nicht erst mitgenommen) und ich wusste bei den Verhältnissen irgendwie nicht so recht, wie ich mich vorbereiten sollte. Ich war sehr zerfahren und bin mehrmals zwischen Zeltplatz und Startgelände hin und her bis ich alles dabei hatte. Beim unmittelbaren Vorbereiten auf den Start bemerkte ich erst, dass ich auch noch die Brille vergessen hatte – Schock. Ich rannte wie ein Bündner Bergbauer nach dem Anblick des Braunbären zurück zum Zeltplatz und wieder an den Start. Vollgepumpt mit Adrenalin aber noch ausser Puste fiel der Startschuss. Ich paddelte so gut ich konnte durch den See, wohl aber eher im letzten Zehntel des Feldes. Nach den bisherigen Erfahrungen auf dem Rad ging es dann nur um Spass im Gebirge. Zum Glück wusste ich nicht was auf mich zukommt, sonst hätte ich vielleicht gleich wieder umgedreht. Nach einer kurzen Anfahrt zum Gebirge über Feldwege und kleine Strässchen folgte eine sehr spannende Runde im Wald des Zittauer Gebirges. Zunächst ging es eher langsam steigend auf Waldwegen bis auf einmal geradezu eine Wand vor mir stand. Aufgrund der technischen Schwierigkeiten und der extremen Steilheit schob hier jeder das Rad, nur dass die meisten nach der steinig-wurzeligen Passage wieder aufstiegen und den Berg hochkeuchten mit hochroten Köpfen und Schnaufen wie die Dampflok aufs Brienzer Rothorn bei der Bergfahrt. Ich dagegen zog es vor erstmal weiter zu schieben, zumal ich damit nicht langsamer war als die anderen. Auf der Höhe angekommen begann auch gleich die schwierigste Abfahrt auf einem grausam verblockten Hohlweg. Todesmutig warf ich mich in die Abfahrt. Trotz aller Vorsicht dauerte es nicht allzulange bis ich das erste mal unsanft abstieg - zum Glück aber glimpflich. Ich startete einen zweiten Versuch, jedoch kam ich auch diesmal nicht weit bis ich mich ungewollt von meinem Bike trennte. Erst unsanft ausgehebelt, knallte ich mit meinem Allerwertesten auf die Sattelnase, diese stand ca. 45° nach unten und ich musste noch rund 25 km mit dem Rad durch die Felsen rollen – Schei…. Zunächst rannte ich den Steintrail weiter abwärts, stinkesauer über mein Missgeschick. Dann fiel mir ein – Inki, du hast doch aus unerfindlichen Gründen erstmals überhaupt Werkzeug dabei. Bei der nächsten passenden Stelle richtete ich also wieder meinen Sattel. Unterdessen war ich vollgestopft mit Adrenalin, dass es nur noch eins gab – ATTACKE. Ich fuhr wie auf Wolken, hoch, runter, über Fels, Brei, Wiese, Schlamm – es war ein Wahnsinn. Neben dem Adrenalin spürte ich eine zunehmende Flutung mit Endorphinen, eine Kombination und Masse wie ich sie noch nie erlebt hatte – ein nicht zu beschreibendes Gefühl von Glück, welches mich unglaublich vorantrieb. Es gab nur noch Vollgas – egal was beim Laufen noch passiert.

Noch völlig benebelt vom Hormonschwall trabte ich aus der Wechselzone. Die Laufstrecke führte rund um den See. Entgegen landläufiger Vermutungen bei Seeumrundungen ging es aber permanent hoch und runter, so dass es nur selten möglich war einen gleichmässigen Rhythmus zu finden. Alles lief gut bis ca. 3 km vor dem Ziel, dann war der Akku einfach leer. Da war schlicht nichts mehr. Zum Verbrennen war wohl nur noch Fett da – dies zwar in rauen Mengen, dafür aber bekanntermassen nicht so schnell umgewandelt. Entsprechend hart waren die letzten Minuten, in denen ich immer wieder gehen musste und auch noch so manchen Konkurrenten von hinten betrachten durfte. Völlig platt im Ziel wollte ich eigentlich nur zur Familie, aber weit und breit war da niemand von der Bande und ich sass fix und alle im Zielraum rum, kaum in der Lage einen Becher zu halten oder was zu essen, bis die Sanitäter kamen und mich schon mitnehmen wollten – aber so schlimm war es dann doch nicht. Etwas deprimiert vom ausgebliebenen Empfang schleifte ich mich später auf den Zeltplatz.

Es war ein irre geiler Wettkampf, der mich bestimmt nicht das letzte Mal gesehen hat!

Murten Triathlon

Saisonabschluss war dann Mitte September zusammen mit Hanni und Thomas in Murten bei den Schweizer Meisterschaften. Es ging einfach nochmal um Spass am Sport und einen einigermassen versöhnlichen Saisonabschluss. Das Schwimmen mit Neo lief super gut, doch was war das? Direkt nach dem Schwimmausstieg sprang mein Puls auf 185 und mir wurde schwindelig. Ich taumelte zum Rad. Der Versuch den Neo im Stehen auszuziehen scheiterte kläglich – ich musste mich setzen und einfach mal nichts machen – durchatmen – Puls beruhigen – was war das? Als das Schwindelgefühl mich verlassen hatte, machte ich mich fertig fürs Radfahren – ass und trank noch etwas und los ging es. Das Radfahren war seit langer Zeit wieder richtig prima. Die ca. 600 Trainingskilometer der letzten 4 Wochen zeigten Wirkung. So konnte ich mal wieder relativ locker auf die Laufstrecke. Die wurde noch hart, da ich unbedingt unter den 3 Stunden bleiben wollte, aber die Beine zum Ende hin sehr schwer wurden. Aber es hat geklappt und so habe ich einen zufriedenstellenden Schlusspunkt setzen können.

 Kurzer Ausblick 2013

Dank optimierten Arbeitsweges kann dieser ins Trainingsprogramm für Rad und Lauf eingebaut werden. So hoffe ich auf ein intensiveres Training als 2012. Die Wettkampfziele sind gesetzt und lauten in terminlicher Reihenfolge:

Engadiner Skimarathon

Zürich Marathon (allein oder im Team)

Intervallduathlon Zofingen

Rennsteigmarathon

Halbironman Rapperswil

Sempacherseetriathlon

Ironman Switzerland in Zürich

Erzgebirgs-Bike-Marathon 100km

Duathlon Zofingen (Powerman oder kurz)

Triathlon in Murten

Und wenn ich dann noch Lust habe am Ende den Luzernmarathon

 Das ist doch ein ehrgeiziges Programm, mal sehen, ob das alles wie gewünscht klappen wird.

 Andreas